Deutsch-Niedersorbisches Wörterbuch

Niedersorbische Texte

Als zusätzliche Dienstleistung des Sorbischen Instituts, Zweigstelle Cottbus, sollen an dieser Stelle einige ältere niedersorbische Texte zur Verfügung gestellt werden, die kaum noch zugänglich sind aber dennoch häufig nachgefragt werden. So ist etwa die niedersorbische Bibel-Ausgabe aus dem Jahre 1868 nur noch selten (und oft in schlechtem Zustand) antiquarisch zu bekommen. Eine neue Bibel-Ausgabe gibt es bislang nicht.

Es sollen daher hier zunächst einzelne Teile aus dieser Bibel-Ausgabe im PDF-Format zum Herunterladen bereitgestellt werden. Den Beginn macht der Text des Matthäus-Evangeliums aus dem von G. Fabricius übersetzten und 1709 erstmals gedruckten Neuen Testament. Der Text ist (mit einigen Ausnahmen - s.u.) ein Abbild der originalen Orthographie in Transliteration (in lateinischer Schrift anstelle der originalen Frakturschrift).

Zum derzeitigen Stand (in Reaktion auf einen im NC 26/2009, S. 6 in der Rubrik "Měnjenja" erschienenen Kommentar): Es handelte sich bei diesem Unternehmen um eine 2006 gestartete Initiative des Sorbischen Instituts zur Bereitstellung der niedersorbischen Bibel im Internet, für die uns von interessierten Sorben Unterstützung bei der Korrektur der Bibelabschrift zugesagt worden war. Da diese ausblieb, konnte die Initiative von uns nicht weiter verfolgt werden.

Zur Textgestalt:

In Abweichung von der originalen Orthographie wurden der besseren Lesbarkeit wegen und in Anlehnung an die heute gültige Regelung folgende Vereinfachungen vorgenommen:

  • ſ/ch (ſ/ steht für das ſ mit Strich, ähnlich dem heutigen ł) → š
  • ſch → ś
  • S/ch → Ś
  • cź → ć
  • z → c
  • ß → s

Von den o.g. Ausnahmen (ſ/ch und ſch) abgesehen bleibt das alte "hohe s" grundsätzlich erhalten und wird als ſ dargestellt. Die im originalen Schriftbild mit Punkt versehenen Buchstaben werden wie in der heutigen Orthographie mit Haken (bei ě) bzw. Strich (z.B. bei ń) dargestellt. Typographisch unbefriedigend – zur Zeit jedoch nicht besser lösbar – ist die Darstellung der Buchstaben p und m mit Strich, da hierfür im Unterschied zu ć, ń, ŕ, ś, ź u.a. in den gängigen Unicode-Schriften keine Grapheme vorhanden sind: Der Strich steht daher mit einem (zu großen) Abstand über dem Basisgraphem. Eine weitere Abweichung ist das Fehlen der Apostrophe nach Präpositionen, z.B. k tomu anstelle von k'tomu.

Textbearbeitung

H. Bartels

Hinweise

Grundlage für die hier bereitgestellten Bibeltexte ist eine im sog. "double-keying"-Verfahren digitalisierte Textfassung. Diese kann durchaus noch Abschreibfehler enthalten. Falls Sie bei der Nutzung der Bibeltexte auf Abweichungen (Fehler) von der Originalfassung stoßen, bitten wir um Mitteilung. Wir können dann eine korrigierte Fassung zur Verfügung stellen.

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