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Über diese Seite

Diese Seite liefert Informationen zur niedersorbischen/wendischen Orthografie und zu weiteren Bestimmungen, die das korrekte Schreiben des Niedersorbischen/Wendischen betreffen. Sie stellt die Arbeitsergebnisse der Niedersorbischen/Wendischen Sprachkommission¹ vor.

Der Service kann auf zweierlei Weise genutzt werden:

Der Transparenz wegen sind sämtliche von der Sprachkommission eingeführte Änderungen mit Beschlussdatum dokumentiert. Mit einem Klick auf »Änderungen verfolgen« können Interessierte sich die konkreten Änderungen anzeigen lassen.

Der Ausgangstext der Regeln² liegt in deutscher Sprache vor. Die Überschriften sowie größere Änderungen (neue Regeln, Ergänzungen) wurden zweisprachig eingearbeitet, so dass der Nutzer entscheiden kann, in welcher Sprache er die Regeln lesen möchte. Bei der weiteren Bearbeitung der Regeln können nach und nach auch die anderen Regeln ins Niedersorbische/Wendische übertragen werden.

Weitere Eingriffe in den Ausgangstext

Über die Regelüberarbeitungen hinaus wurden auch die niedersorbisch-/wendischsprachigen Passagen (es handelt sich meist um Beispiele) der Publikation »Niedersorbische Orthographie und Interpunktion«² aktualisiert. Dies betrifft:

An einigen Stellen wurden die Beispiele auch inhaltlich aktualisiert. Zum Beispiel werden jetzt statt der »Gebote der Thälmannpioniere« die »Vorhaben der Drehnower Jugend« (150) aufgezählt. In diesem Zusammenhang werden jetzt statt der alten Postleitzahlen die heutigen verwendet, z.B. 03042 statt 7500 für Chóśebuz/Cottbus.

Tätigkeit der Niedersorbischen/Wendischen Sprachkommission

Die Niedersorbische/Wendische Sprachkommission ist ein von der Maśica Serbska berufenes und autorisiertes Gremium für die Kodifizierung des schriftsprachlichen Niedersorbischen/Wendischen. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die Anwendung der Schriftsprache in der Praxis. Deshalb gehören ihr neben sorbischen Sprachwissenschaftlern (Mitarbeiter des Sorbischen Instituts und des Instituts für Sorabistik der Universität Leipzig) auch Mitarbeiter solcher sorbischen Institutionen an, in denen die Anwendung und Verbreitung der niedersorbischen/wendischen Schriftsprache eine große Rolle spielt: der Bildungsinstitutionen (Schulen, Schule für niedersorbische Sprache und Kultur, Sprachzentrum WITAJ, ABC) und der Medien (Buchbereich des Domowinaverlags, Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunk).

Bevor die Sprachkommission einen Entschluss fällt, muss ein langes Prozedere durchlaufen werden, das eine eingehende Beschäftigung mit der jeweils diskutierten Problematik gewährleistet: Nachdem die Kommission (teilweise nach externem Hinweis aus der Praxis) auf ein Problem gestoßen ist, bereitet der Koordinator das Material für die Sitzung vor. In der ersten Lesung wird das Material, das oft durch Daten aus dem Niedersorbischen/Wendischen Textkorpus oder durch andere Sprachdaten gestützt wird, vorgestellt und diskutiert. Es folgen zwei weitere Lesungen mit ausführlicher Diskussion, nach Bedarf abgestimmt mit wendischen Muttersprachlern. Erst in dritter Lesung werden endgültige Beschlüsse gefasst.

Mehr über die Niedersorbische/Wendische Sprachkommission erfahren Sie auf der Seite der Maśica Serbska.

Mitglieder der Niedersorbischen/Wendischen Sprachkommission

Die derzeitigen Mitglieder sind:

Stellvertreter sind Adelheid Dawmowa (Nowy Casnik), Martina Golašojc (RBB), Ingrid Hustetojc (Sprachzentrum WITAJ), Christina Kliemowa (Wendisches Museum) und Edward Wornar (Institut für Sorabistik, Leipzig).

¹ Konkret gemeint ist die »neue« Sprachkommission ab dem Jahr 2009. Die Resultate der Tätigkeit der »alten« Kommission unter dem Vorsitzenden Manfred Starosta müssen noch zusammengetragen und zugänglich gemacht werden. Die beiden wichtigsten Änderungen dieser Zeit jedoch, nämlich die Schreibung des Buchstabens ó sowie den Ersatz von ě durch i in Wörtern wie źiśi, nimy, wurden eingearbeitet, da es sich um besonders weitreichende orthografische Änderungen handelt.

² Starosta, Manfred, Niedersorbische Orthographie und Interpunktion. Regeln. (2., bearbeitete Auflage). Domowina-Verlag: Bautzen/Budyšyn, 1982.